Paradigmenwechsel
Disclaimer: Ich schreibe diesen Artikel zwei Tage bevor der Nachfolger des iPad 2 vorgestellt wird.
Vorwort:
“Dieses Jahr kaufe ich mir ein MacBook.” Das war mein Gedanke nachdem ich eine Film-AG in einer Schule übernommen hatte. In den ersten Wochen habe ich das Rohmaterial zuhause auf meinem iMac geschnitten und dann im Klassenraum auf meinem iPad der ersten Generation gezeigt. Mein Ansatz an die AG ist aber ein ganzheitlicher, d.h. die Kinder sollen am Ende eines Schuljahres alle Aufgaben der Videoproduktion ausprobiert haben.
Und dafür muss ich das Schneiden in den Unterricht verlegen.
Video-editing auf dem ersten iPad fällt genauso wie die Postproduktion auf Schulrechnern flach. Zum einen gibt es (fast) keine Software, die den Schnitt unkompliziert und sicher ermöglicht und außerdem reicht die Leistung bei beiden nicht aus.
Deshalb wollte ich ein MacBook…
Es kommt (vielleicht) alles anders
Heute habe ich ein paar von meinen Technikpodcasts gehört und natürlich wurde dort vor allem über das neue iPad spekuliert.
Das hat mich zum Nachdenken darüber gebracht, warum ich eigentlich ein MacBook haben möchte.
Viel ist mir dazu nicht wirklich eingefallen.
Für ein MacBook sprechen:
- Langlebigkeit
- Richtiges Filesystem
- Echtes Multitasking (z.B. Surfen mit vielen Fenstern und Tabs)
- Desktopsoftware (z.B. fürs Studium, Arbeiten in der Bibliothek)
- größeres Display (13“ statt 9,7“)
- Tastatur
- Studentenrabatt beim Kauf
iPad 1
Das erste iPad habe ich mir gekauft, weil ich mich nicht mit zwei Filesystems herumschlagen wollte. Damals gab es zwar schon Dropbox, aber noch keine iCloud mit Photostream, etc. Das ist also der erste Punkt gegen einen mobilen Mac:
- zwei seperate Filesystems.
Software
Für Videoschnitt benutze ich im Moment iMovie auf dem Mac und Avid Studio auf dem iPad. Während die Desktopsoftware mir wenig Probleme bereitet, ist der Funktionsumfang von Avid Studio fürs iPad sehr begrenzt und die App läuft auf meinem iPad 1 in Memoryprobleme und stürzt irgendwann ab.
- Für das Erlernen von Schnitttechniken wäre iMovie für meine Schüler ideal. Ein Punkt für den Mac.
Meine Film-AG wird bald das Thema Stopmotion behandeln. Um gute Bilder aufzunehmen werde ich eine Trickboxx vom KiKa ausleihen. Es gibt spezielle Software für diese Art des Filmens, eine hat den Namen iStopmotion. Seit kurzem gibt es auch eine App für das iPad 2, die für einen lächerlich kleinen Geldbetrag hohe Funktionalität auf diesem Bereich bietet. Die Desktopsoftware der gleichen Firma kostet ein Vielfaches mehr.
- Der Preispunkt für Software geht deshalb an das iOS Gerät.
Außerdem gibt es ja noch iMovie for iPad und bald soll sogar Scrivener für das iPad erscheinen.
Vorhandene Hardware
Da ich vor kurzem mein Wireless Keyboard für den iMac durch ein DasKeyboard Ultimate Silent (Affiliate Link) ersetzt habe, kann ich die Bluetooth Tastatur dauerhaft am iPad benutzen. Darüberhinaus besitze ich für den Import der Stopmotion Bilder das Camera Connection Kit und zum Anschauen des fertigen Films einen selbstgemachten iPad Ständer aus Holz.
- Die hier rumliegende Hardware spricht also für ein neues iPad.
Kleinigkeiten
- Guter Unterricht sollte sich an den Realitäten der Gegenwart orientieren.
Mit Kindern an uralt Rechnern mit unbenutzbarer Software (vgl. Canopus Let’s Edit 2) zu schneiden, während Digitalkameras und Handies mit Editing-Apps ausgestattet werden, ist meiner Meinung nach wenig sinnvoll.
Wenn ich stattdessen zeige, wie man mit vorhandener Technik (let’s face it, viele Kinder haben iPod Touches oder Android Smartphones) mehr aus den Handylinsen herausbekommen kann, dann erlernen sie Medienkompetenz, die in Youtube-Zeiten praktischen Nutzen besitzt.
- Das iPad kostet weniger als ein MacBook.
- Das iPad Display wird das beste auf dem Markt sein, falls es doppelte Auflösung bekommen sollte (vgl. Auflösung auf meinem 27“ iMac wäre dann auf einem 9,7“ Bildschirm).
- Selbst das MacBook Air (1,08 kg bei 11”, 1,35 kg bei 13”) wiegt mehr als ein iPad. Ich habe mein 700g iPad 1 immer dabei.
- (Mac) OS X (Mountain) Lion ist nicht mehr so zuverlässig wie Snow Leopard. Ein neues Macbook würde nur auf 10.7 (Lion) und höher laufen.
Aus diesen Gründen tendiere ich die nächsten zwei Tage zum Kauf eines iPads. Wie es danach aussehen wird werden wir sehen.